Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa!

Der dies schreibt, verbrachte in den Nachkriegsjahren als ausgebombte Halbwaise mehrere Sommer in einem abgelegenen Tiroler Dorf, wo er als Kuhhirte diente. In der Morgendämmerung trieb er die Kühe des Dorfes auf die Weide, dann eilte er zurück zur Frühmesse. In der Geborgenheit der kleinen Kirche fand er Zuflucht vor der brutalen Lebenswelt. Andächtig lauschte er dem Gemurmel des greisen Pfarrers, der einsam entrückt die Messe zelebrierte. Eines Morgens bat der Knabe den scheuen Geistlichen, ministrieren zu dürfen. In Windeseile lernte er die lateinischen Texte, die ein Ministrant beherrschen musste.

Von Manfred Schlappl